Die sechste Kalenderwoche des Jahres war vom 6. Sinfoniekonzert der Saison geprägt. Die Robert-Schumann-Philharmonie hatte zu den Besen gegriffen und mit unter anderem „Bolero“ von Ravel und „Ein Amerikaner in Paris“ von Gershwin die Straßen leergefegt. Für die jüngeren Leser an der Stelle noch eine Erklärung. Früher, als man lediglich zwei oder drei Fernsehprogramme sein eigen nannte, gab es Filme oder Serien, die die Hälfte der deutschen Bevölkerung vor die Flimmerkiste lockte (die andere Hälfte saß am Stammtisch oder lag im Bett); die Straßen waren eben wie leergefegt.
Nun sind das leider manchmal die Straßen im abendlichen Chemnitz auch und nur in den seltensten Fällen ist die Robert-Schumann-Philharmonie schuld. Aber das ist ein anderes und später zu behandelndes Thema.
In der vergangenen Woche jedenfalls war die Stadthalle bis auf wenige Plätze gefüllt; Straßenfeger-Programm eben!
Wenn man dann allerdings in das weite Rund der Sitzreihen blickt, ist es schon bedenklich, wie wenige eher jüngere Menschen der klassischen Musik etwas abzugewinnen scheinen. Da war es ein Lichtblick, dass eine ganze Reihe von Studenten die Chance ergriffen hatte, sich mit dem für sie kostenlosen Kulturticket (Karten, die eine Viertelstunde vor Beginn noch nicht verkauft sind, erhalten Studenten der TU Chemnitz kostenlos) zu versorgen und den eingängigen Melodien zu lauschen.
Ach ja, fast hätte ich es vergessen. Mit Bonbonpapier wurde auch geraschelt; das waren nicht die Studenten. Das Geräusch kam von dem Rentnerehepaar neben uns.

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